Stuttgarter des Jahres Grafik

Wer wird Stuttgarter:In des Jahres 2025?

 

Das Voting ist beendet. Die drei Gewinner:innen geben wir bei der Preisverleihung am 19. März bekannt.

Die Kulturvermittler

Mit Humans of Stuttgart“ haben 15 junge Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund ein einzigartiges Multimediaprojekt geschaffen, das Menschen mit denselben Erfahrungen in Wort und Bild porträtiert. Letzten Herbst waren die 70 Geschichten und Porträts im Stadtpalais zu sehen. Unter @hostuttgart sind sie auf Instagram nach wie vor präsent. Initiiert hat das Projekt das transkulturelle Künstler:innenkollektiv Literally Peace, in dem auch Anjuli Aggarwal aktiv ist. Gemeinsam mit Hasan Malla hatte sie die Leitung von „Humans of Stuttgart“ übernommen, um ganz im Sinne des Kollektivs Vielfalt über alle Grenzen und Sprachen sichtbar zu machen. Genau deshalb ist Kathrin Waldow Patin geworden. Denn das Projekt ist ein Symbol für Offenheit, Gemeinschaft und Diversität in Stuttgart. 

„Die Kontaktfrau“

Zusammen ist man weniger allein  das ist das Motto von Ute Dümcke. In Zuffenhausen hat sie eine Gruppe für ältere Menschen gegründet. Gegen die Einsamkeit. Zwischen 35 und 40 kontaktfreudige Ü60er treffen sich einmal im Monat und planen gemeinsame Ausflüge, Besichtigungen, Infoveranstaltungsbesuche oder zur Weihnachtszeit auch den Adventsmarktstand. Unverzichtbar ist vor allem die WhatsApp-Gruppe. Wer sich am Vormittag nicht meldet und ein Lebenszeichen schickt, den ruft Ute Dümcke an und informiert auch die Angehörigen. Für Patin Gisela Gaa, die selbst in der Gruppe aktiv ist, war klar: Wer ein so gut funktionierendes Netzwerk auf die Beine stellt, der ist prädestiniert für den Ehrenamtspreis.   

„Die Trauerbegleiterin“

Der Schmerz der Hinterbliebenen, wenn ein Familienmitglied oder ein geliebter Mensch Suizid begangen hat, ist unerträglich. Bärbel Frohnmaier hat ihn selbst erfahren und ertragen. Und trotzdem oder gerade deswegen steht sie jetzt Menschen zur Seite, die gleiches erleiden  in der offenen Selbsthilfegruppe Agus oder auch ganz praktisch. Sie hilft, die Kleidung für die Bestattung auszuwählen, hört zu, hält mit den Trauernden ihren Schmerz aus und begleitet sie zum Bestatter. Auch Elisabeth Wolf hat sie in Ihrer Trauer geholfen. Für sie gab diese Erfahrung den Ausschlag sich als Patin für Bärbel Frohnmaiers empathisches Engagement zu engagieren. 

„Der Bademeister“

„Freibadverwalter“ lautet der offizielle Titel für das Ehrenamt von Andreas Gölz. Klingt irgendwie ein bisschen dröge. Doch dahinter stecken viel Organisationstalent und jede Menge Humor. Und das kommt allen Schwimmern und den von der Wasserrutsche begeisterten Kindern im Freibad an der Furtwänglerstraße zugute. Gölz erstellt Personalpläne, hält die Anlage sauber, hat ein Auge auf die Technik und wenn es personell eng wird bei den anderen Ehrenamtlern, dann steht er auch als Bademeister am Beckenrand. Mit Herzblut, Verantwortungsbewusstsein und Tatkraft lässt sich für die Gemeinschaft eben viel bewirken. Dafür ist er ein schönes Beispiel, findet seine Patin Angela Eichele, die ihn deshalb auch vorgeschlagen hat. 

„Die BrunnenFreunde“

Stuttgart ist eine Brunnen-Stadt. Damit das auch so bleibt haben Peter Haller und Herbert Rau die Stiftung Stuttgarter Brünnele gegründet. 16 Brunnen konnten dank ihrer finanziellen Unterstützung in den letzten 24 Jahre renoviert und reaktiviert werden. So wie der prachtvolle Galateabrunnen am Eugensplatz, wo ab Mitte Mai wieder Wasserkaskaden Richtung Stadt fließen. Oder das im letzten Sommer eingeweihte Wasserspiel am Paul-Gerhardt-Platz, das Kinder und Anwohner erfreut. Und auch die beiden Brunnen-Liebhaber Peter Haller und Herbert Rau waren davon begeistert. Das hat Sebastian Straub zum Anlass genommen, sie für den Ehrenamtspreis vorzuschlagen, um ihr langjähriges Engagement zu würdigen. 

Die Kranken-Beraterin

Corona hat unser Leben verändert. Auch das der Kinderärztin Daniela Köder-Yangyuoru. Sie kann aufgrund ihrer schweren neuroimmunologischen Erkrankung (ME/CFS) nicht mehr praktizieren. Die Krankheit fesselt sie ans Bett und der Raum, in dem sie liegt, ist abgedunkelt. Aktiv ist sie dennoch. Und das mit einer bewundernswerten Beharrlichkeit. Vom Krankenbett aus unterstützt sie Menschen, die wie sie aufgrund von Corona kein normales Leben mehr führen können: Sie berät über das LongCovid Netz Stuttgart, engagiert sich in der regionalen Selbsthilfegruppe des Fatigatio e.V. und in diversen Social Media Foren. Auch die bundesweite Initiative #LiegendDemo hat sie letzten Mai für Stuttgart organisiert. Ein solcher Einsatz trotz begrenzter eigener Kräfte, das ist für Patin Mareike-Tamara Müller absolut preisverdächtig. 

„Die gute seele“

Die Hände in den Schoß zu legen, das ist so gar nichts für die sozial engagierte Heidelinde Schipke – erst recht nicht im Ruhestand. Seit zehn Jahren ist sie im Patientenbegleitservice des Marienhospitals aktiv und hat auch in schwierigen Zeiten für jeden immer ein aufmunterndes Wort. Sie unterstützt, wo sie kann, schaut hin statt weg und die beiden über 90-jährigen Damen, denen sie Woche für Woche ihren Alltag erleichtert, sind für Ihre Hilfe sehr dankbar. Denn Heidelinde Schipke ist einfach ganz selbstverständlich für sie da – beim Einkaufen, dem Arztbesuch oder den kleinen Ausflügen, die sie mit ihnen macht. Diese Selbstverständlichkeit, hat auch ihre Patin Angelika Elser beeindruckt: „Sie ist die hilfsbereiteste, selbstloseste und warmherzigste Person, die ich kenne.“   

„Der Schüleranwalt“

Die Margarete-Steiff-Schule ist ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum für körperlich eingeschränkte Kinder und Jugendliche. Hier ist Marvin Schwarze seit zwei Jahren Schulsprecher. Ob Getränkeverkauf, die Vorbereitung der anstehenden Berlin-Fahrt, eine Podiumsdiskussion mit Lokalpolitikern zum Thema Unterrichtseinschränkungen oder das Konzert von „Kids of Adelaide“ – Marvin tut alles, damit alle jeden Tag einen richtig tollen Tag erleben. Immer an seiner Seite: seine Mutter Melanie Schwarze, die sich mit Mut und Entschlossenheit für Kinder mit Handicap einsetzt. Diese Eigenschaften und Marvins Engagement haben Patin Stefanie Palm sofort imponiert. Da war es für sie nur logisch, die beiden für den Ehrenamtspreis vorzuschlagen. 

„Die Helfende Hand

Wenn auf dem Wasen gefeiert wird, ist Viktoria Stalter in der Wasenboje. Die ist ein Safer Space, ein Schutzraum für Frauen, in dem sie Rat und Hilfe erhalten. Denn viele machen inmitten des bunten Treibens oft negative Erfahrungen: sexuelle Belästigungen und Bedrohungen, K.-o.-Tropfen oder exzessiver Alkoholkonsum. Allein während des Frühlingsfestes 2025 war der Wasserboje-Container Anlaufstelle für rund 200 Frauen. Viktoria Stalter ist für sie da, hört zu, vermittelt im Bedarfsfall an das DRK oder die Polizei und sorgt dafür, dass sie sicher nach Hause kommen. Die Studentin hatte gleich sechs Paten und Patinnen. Stellvertretend für sie alle wünscht sich Antonia Pollmer, dass das Engagement ihrer Kommilitonin auch öffentlich wertgeschätzt wird.


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